Bienen Gesundheits Informations System Steiermark
Kleiner Bienenstockkäfer
Adulte Tiere haben einen breiten, abgeflachten Körper, der 5.7 mm lang, 3.2 mm breit und dunkelbraun bis schwarz gefärbt ist. Sie bewegen sich sehr schnell über die Waben und sind nur schwer zu erwischen.
Foto: James D. Ellis, University of Florida / © Bugwood.org / CC-BY-3.0-US
Die Larven sind länglich, bis zu 1 cm lang, weiss, mit Reihen kleiner Stacheln auf dem Rücken. Sie sehen Wachsmottenlarven ähnlich, spinnen aber keine Netze oder Kokons im Bienenstock, sondern verpuppen sich ausserhalb des Bienenstockes, im Erdboden.
Foto: Jeffrey W. Lotz, Florida Department of Agriculture and Consumer Services
Adulte und Larven des Kleinen Bienenstockkäfers (links) halten sich in bewohnten und unbewohnten Beuten auf, wo sie sich von Honig und Pollen ernähren.
Foto: CSIRO
Herkunft
Der in Afrika südlich der Sahara heimische Bienenstockkäfer (Aethina tumida) lebt als Nestparasit in Bienenvölkern, wo er sich von Pollen, Honig und Brut ernährt. Im Normalfall sind in seinem Ursprungsgebiet die Auswirkungen auf Honigbienenvölker minimal. In Extremfällen zerstören die Käferlarven kranke Völker.
Lebensweise
Der Käfer vermehrt sich in Bienenvölkern oder in verlassenen Nestern, wobei im Fall europäischer Bienenrassen durchaus auch stärkere Völker befallen werden können. Die Weibchen legen ihre Eier in Ritzen von Bienenstöcken, oder, sofern die Arbeiterinnen das nicht verhindern, in Pollen- und Brutzellen. Die geschlüpften Larven ernähren sich in der Folge von den Nektar- und Pollenvorräten der Wirtsbienenvölker, wobei sie schwere Schäden an den Waben, eventuell auch den Zusammenbruch der Kolonie, verursachen können. Die voll entwickelten Larven, wandern dann in den Erdboden, wo sie sich verpuppen. Die erwachsenen Käfer suchen dann wieder Bienenstöcke auf. Sie sind beflüglet und breiten sich auf diese Weise über weitere Strecken aus. Es werden wiederum Bienenstöcke angeflogen, die sie vermutlich aufgrund ihres Geruches erkennen und wo sie sich in Bodenbrettern oder Ritzen verstecken und ihre Eier ablegen. Die Larven können sich aber auch auf Früchten, oder in Hummelkolonien entwickeln, vermutlich aber mit geringerem Erfolg als in Honigbienenvölkern. Die Käfer können auch in gemäßigten Klimazonen überleben, wo sie den Winter vermutlich in den Wintertrauben der Bienenvölker überdauern.
Verbreitung
In den vergangenen Jahrzehnten wurde der kleine Beutenkäfer in verschiedenen Ländern eingeführt. In den USA dürfte der Käfer 1996 erstmals in South Carolina gefunden worden sein, von wo er sich aus eigener Kraft, in infizierten Völkern von Wanderimkereien, Wachstransporten und Kunstschwärmen über große Teile der USA ausgebreitet hat. In Australien kommt er seit 2001 vor. Im Jahr 2002 ist er mit einer Ladung Altwachs aus Texas in einen Wachsverarbeitenden Betrieb in Kanada gelangt, wo er entdeckt und vernichtet wurde. Dennoch wurde er seitdem in verschiedenen Bienenvölkern in Kanada gefunden, die vermutlich aus Australien bzw. den USA importiert worden waren. In Europa wurde er bislang nur in Portugal im Jahr 2004 gemeldet. In diesem Fall wurden Larven des Käfer in einem illegalen Import von Königinnen aus Texas entdeckt.

Am 05. bzw. 17.09.2014 wurde in bzw. in der Nähe der Hafenstadt Gioia Tauro, Provinz Reggio Calabria, Italien ein Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer an zwei Bienenständen gemeldet. Veterinärbehördliche Maßnahmen wurden eingeleitet.
Schaden
Werden Honigwaben von den Käferlarven befallen, kann die Qualität des Honigs durch Verschmutzung und Vergährung massiv beeinträchtigt werden. Der wirtschaftliche Schaden durch den Käfer kann beträchtliche Ausmasse annehmen.
Gesetzliche Bestimmungen in Österreich
Ein Befall mit dem Kleinen Bienenstockkäfer ist laut § 3 des Bienenseuchengesetzes anzeigepflichtig.
Gesetzliche Bestimmungen in Europa
Durchführungsbeschluß der Kommission vom 12. Dezember 2014 betreffend bestimmte Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem bestätigten Auftreten des kleinen Bienenstockkäfers in Italien.
Vorsorgemaßnahmen
Die AGES empfiehlt derzeit:
  • weder Bienenvölker noch Bienenköniginnen aus Italien zu importieren,
  • im Zuge von Wanderungen keine Bienenvölker nach Österreich zu verbringen.
Literatur
  1. Hood M 2004 The small hive beetle, Aethina tumida: a review. Bee World 85: 51–59.
  2. Neumann P, Elzen PJ 2004 The biology of the small hive beetle (Aethina tumida, Coleoptera: Nitidulidae): Gaps in our knowledge of an invasive species. Apidologie 35: 229–247.
  3. Lounsberry Z, Spiewok S, Pernal SF, Sonstegard TS, Hood WM, Pettis J, Neumann P, Evans JD 2010 Worldwide Diaspora of Aethina tumida (Coleoptera: Nitidulidae), a Nest Parasite of Honey Bees. Annals of the Entomological Society of America, 103: 671-677.
Dieses Projekt wurde mit Mitteln des Landes Steiermark gefördert
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